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Die Physiologie und Anatomie des Mundes – einfach erklärt

Unser Mund ist ein echtes Hochleistungsorgan.
Er sorgt nicht nur dafür, dass wir sprechen, schmecken und essen können – er schützt uns auch täglich vor Keimen, reguliert den pH-Wert und unterstützt die Verdauung.

Damit das funktioniert, arbeiten Speicheldrüsen, Speichel und Mundschleimhaut perfekt zusammen. Schauen wir uns das verständlich und Schritt für Schritt an.

Speichel wird von den Speicheldrüsen produziert. Davon gibt es:

1. Die drei großen Speicheldrüsen

  • Ohrspeicheldrüse (Parotis) – sitzt vor dem Ohr
  • Unterkieferspeicheldrüse (Submandibularis) – unter dem Unterkiefer
  • Unterzungenspeicheldrüse (Sublingualis) – unter der Zunge

Diese drei produzieren den Großteil unseres Speichels.

2. Viele kleine Speicheldrüsen

Zusätzlich befinden sich hunderte kleine Drüsen direkt in der Mundschleimhaut – in Lippen, Wangen, Gaumen und Zunge. Sie geben kontinuierlich kleine Mengen Feuchtigkeit ab und sind besonders wichtig für das angenehme Mundgefühl.

Wie viel Speichel produzieren wir eigentlich?

Ein gesunder Erwachsener produziert etwa 0,5 bis 1,5 Liter Speichel pro Tag – meist unbemerkt.

Die Produktion wird gesteuert durch:

  • das vegetative Nervensystem
  • Geruch und Geschmack
  • Kauen
  • Emotionen (Stress hemmt, Entspannung fördert)

Nachts sinkt die Speichelproduktion deutlich – deshalb fühlt sich der Mund morgens oft trockener an.

Woraus besteht Speichel?

Speichel ist viel mehr als nur „Wasser“.

Zusammensetzung im Überblick:

  • 99 % Wasser – sorgt für Befeuchtung
  • Elektrolyte (Natrium, Kalium, Calcium, Phosphat) – wichtig für Zahnschutz
  • Enzyme (z. B. Amylase) – starten die Verdauung von Kohlenhydraten
  • Muzine – schleimige Eiweiße für Gleitfähigkeit
  • Immunglobuline (IgA) – Teil unserer Immunabwehr
  • Wachstumsfaktoren – unterstützen Heilung

Speichel ist also gleichzeitig:

  • Schmiermittel
  • Schutzschild
  • Reparaturhilfe
  • Verdauungsstarter

Die Mundschleimhaut – Schutzbarriere und Sinnesorgan

Die Mundschleimhaut kleidet den gesamten Mundraum aus. Sie ist weich, gut durchblutet und extrem regenerationsfähig.

Aufbau der Mundschleimhaut (vereinfacht erklärt)

Die Schleimhaut besteht aus mehreren Schichten:

Epithel (Deckschicht)

  • Mehrschichtig aufgebaut
  • Schützt vor mechanischer Belastung
  • Regeneriert sich etwa alle 5–14 Tage

 

Bindegewebsschicht (Lamina propria)

  • Enthält Blutgefäße
  • Versorgt die Zellen mit Nährstoffen
  • Beherbergt Immunzellen

Untergewebe (je nach Region)

  • Verbindet Schleimhaut mit Muskulatur

Was sind Schleimhautzellen?

Die oberste Schicht besteht aus Epithelzellen.

Diese Zellen:

  • liegen dicht aneinander wie Ziegelsteine
  • sind über spezielle Zellverbindungen (Tight Junctions) verbunden
  • bilden eine Barriere gegen Keime
  • speichern Feuchtigkeit

Bestimmte Bereiche (z. B. harter Gaumen) sind stärker verhornt, andere (Wangen, Lippeninnenseite) besonders weich und empfindlich.

Warum sind Speichel und Schleimhaut so eng verbunden?

Ohne Speichel trocknet die Schleimhaut aus.
Ohne gesunde Schleimhaut kann Speichel seine Schutzfunktion nicht optimal erfüllen.

Speichel:

  • legt sich wie ein Film auf die Schleimhaut
  • reduziert Reibung
  • stabilisiert den pH-Wert
  • verhindert Mikroverletzungen

Fehlt dieser Schutzfilm, entstehen:

  • Brennen
  • Risse
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Schluckbeschwerden

Wie regeneriert sich die Mundschleimhaut?

Die Mundschleimhaut gehört zu den regenerationsfähigsten Geweben unseres Körpers.

Neue Zellen entstehen in der unteren Zellschicht und wandern nach oben. Dabei verändern sie sich, bis sie schließlich abgestoßen werden. Dieser Prozess dauert etwa 1–2 Wochen.

Wird dieser Kreislauf gestört – etwa durch:

  • anhaltende Trockenheit
  • Medikamente
  • Hormonveränderungen
  • Stress
  • Nährstoffmängel

kann die Schleimhaut dünner, empfindlicher und anfälliger werden.

Fazit: Ein fein abgestimmtes System

Der Mund ist kein „einfacher Hohlraum“, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus:

  • leistungsfähigen Speicheldrüsen
  • hochwirksamem Speichel
  • regenerationsstarker Schleimhaut

Gerät dieses System aus dem Gleichgewicht, spüren wir das sofort – als Trockenheit, Brennen oder Irritation.

Wer versteht, wie Speichel und Schleimhaut aufgebaut sind, versteht auch, warum gezielte Pflege, ausreichende Feuchtigkeit und bewusste Unterstützung der Schleimhaut so entscheidend für langfristige Mundgesundheit sind.

Denn ein gesunder Mund beginnt auf Zellebene – und genau dort entscheidet sich, ob wir uns dauerhaft wohlfühlen.

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