die wirkung von östrogen auf die schleimhäute

Die Bedeutung von Östrogen für die Schleimhäute

Östrogen ist ein wichtiges weibliches Geschlechtshormon, das vor allem in den Eierstöcken produziert wird. Bekannt ist es vor allem für seine Rolle bei der Fortpflanzung, im Zyklus und während der Schwangerschaft. Weniger bekannt ist, dass Östrogen auch eine zentrale Funktion für die Gesundheit unserer Schleimhäute übernimmt – und damit auch für Mund, Augen, Nase, Scheide und andere Bereiche des Körpers.

Was sind Schleimhäute?

Schleimhäute kleiden Körperhöhlen aus, die mit der Außenwelt in Verbindung stehen – etwa Mundhöhle, Atemwege, Verdauungstrakt oder die Scheide. Sie bilden eine schützende Barriere, halten die Oberfläche feucht und wehren Krankheitserreger ab. Damit diese Schutzschicht intakt bleibt, braucht sie eine ausreichende Durchblutung, Feuchtigkeit und eine stabile Zellstruktur – hier kommt das Östrogen ins Spiel.

Wie wirkt Östrogen auf die Schleimhäute?

  1. Förderung der Durchblutung
    Östrogen verbessert die Durchblutung der Schleimhäute. Eine gute Durchblutung sorgt dafür, dass Nährstoffe und Sauerstoff die Zellen erreichen und Abfallstoffe schneller abtransportiert werden.
  2. Anregung der Schleimproduktion
    Das Hormon stimuliert Drüsen, die schützende und befeuchtende Sekrete bilden. Das gilt für Vaginalsekret ebenso wie für Speichel oder Tränenflüssigkeit.
  3. Erhalt der Zellstruktur
    Östrogen unterstützt die Bildung von Kollagen und Elastin, was die Schleimhäute widerstandsfähig und elastisch hält.
  4. Schutz vor Entzündungen
    Studien zeigen, dass Östrogen entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Das reduziert das Risiko von Reizungen und Infektionen.

Folgen eines Östrogenmangels

Ein Mangel an Östrogen – etwa in den Wechseljahren, nach einer Eierstockentfernung oder bei bestimmten hormonellen Störungen – kann die Schleimhäute empfindlich beeinträchtigen. Typische Beschwerden sind:

  • Mundtrockenheit: weniger Speichel, erhöhtes Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen
  • Trockene Augen: Brennen, Fremdkörpergefühl, erhöhte Infektanfälligkeit
  • Vaginale Trockenheit: Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, erhöhte Infektanfälligkeit
  • Trockene Nasenschleimhaut: vermehrte Krustenbildung, Nasenbluten

Unterstützung der Schleimhautgesundheit

Bei hormonell bedingter Trockenheit gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Hormontherapie (lokal oder systemisch) nach ärztlicher Rücksprache
  • Feuchtigkeitsspendende Produkte wie Speichelersatzmittel, künstliche Tränen oder Vaginalgele
  • Ausreichend trinken und reizende Substanzen (Alkohol, Nikotin) meiden
  • Omega-3-Fettsäuren und eine ausgewogene Ernährung zur Unterstützung der Schleimhautstruktur

Fazit

Östrogen ist weit mehr als ein „Fortpflanzungshormon“. Es ist ein entscheidender Faktor für die Gesundheit und Funktionsfähigkeit unserer Schleimhäute. Ein Mangel kann zu spürbaren und teils belastenden Beschwerden führen. Wer erste Anzeichen bemerkt, sollte nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen – denn gezielte Maßnahmen können die Lebensqualität deutlich verbessern.

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