Mundtrockenheit, medizinisch Xerostomie, ist mehr als nur ein unangenehmes Gefühl. Fehlt Speichel über längere Zeit, kann das schwerwiegende Folgen für die Mundgesundheit haben. Speichel ist nämlich nicht nur ein „Befeuchter“, sondern ein natürlicher Schutzmechanismus für Zähne, Zahnfleisch und Schleimhäute.
Die Rolle des Speichels
Speichel übernimmt gleich mehrere wichtige Aufgaben:
- Neutralisierung von Säuren: Er puffert schädliche Säuren im Mund ab.
- Remineralisierung: Er versorgt den Zahnschmelz mit Mineralstoffen wie Kalzium und Phosphat.
- Reinigung: Er spült Essensreste und Bakterien weg.
- Schutz der Schleimhäute: Er beugt Reizungen und Entzündungen vor.
Fällt dieser Schutz durch Mundtrockenheit weg, geraten Zähne und Zahnfleisch in Gefahr.
1. Erhöhtes Kariesrisiko
Ohne ausreichend Speichel können Bakterien Zucker und Kohlenhydrate leichter in Säuren umwandeln. Diese greifen den Zahnschmelz an, was zu Karies führt. Besonders gefährdet sind Zahnzwischenräume und der Zahnhalsbereich, wo der Speichelfluss ohnehin geringer ist.
2. Zahnfleischentzündungen (Gingivitis)
Mundtrockenheit begünstigt das Wachstum von Plaque-Bakterien, die Entzündungen im Zahnfleisch hervorrufen. Symptome sind:
-
gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch
-
Blutungen beim Zähneputzen
Unbehandelt kann dies in eine Parodontitis übergehen, die den Zahnhalteapparat angreift und Zahnverlust verursachen kann.
3. Schlechter Atem (Halitosis)
Speichel wirkt wie ein natürlicher „Mundspüler“. Fehlt er, können geruchsbildende Bakterien ungehindert wachsen. Die Folge: unangenehmer Mundgeruch, der oft chronisch wird.
4. Risse und Verletzungen
Eine trockene Mundschleimhaut ist empfindlicher. Schon leichte Reizungen durch scharfkantige Speisen, Prothesen oder sogar die eigene Zunge können kleine Verletzungen verursachen, die langsam heilen.
5. Erschwerte Prothesennutzung
Prothesenträger sind besonders auf ausreichend Speichel angewiesen. Er dient als „Haftfilm“ zwischen Prothese und Gaumen. Bei Trockenheit kann die Prothese scheuern oder schlecht sitzen, was zu Druckstellen und Entzündungen führt.
6. Langfristige Folgen
Bleibt Mundtrockenheit unbehandelt, kann sie zu einem Teufelskreis führen:
- Mehr Karies → mehr Füllungen und Zahnersatz
- Zahnfleischrückgang → empfindliche Zahnhälse
- Entzündungen → Schmerzen und Kauprobleme
Am Ende leidet nicht nur die Mundgesundheit, sondern auch die Lebensqualität.
Was Betroffene tun können
- Regelmäßig Wasser trinken
- Zuckerfreie Kaugummis oder Lutschpastillen verwenden, um den Speichelfluss anzuregen
- Fluoridhaltige Zahnpasta für besseren Kariesschutz
- Mundspüllösungen ohne Alkohol nutzen
- Regelmäßige Zahnarztkontrollen – am besten alle 3–6 Monate
💡 Tipp: Viel trinken, Speichelfluss anregen, Fluorid verwenden & regelmäßig zum Zahnarzt!
Fazit
Mundtrockenheit ist kein rein kosmetisches Problem, sondern ein ernstzunehmender Risikofaktor für Zähne und Zahnfleisch. Wer früh handelt und geeignete Gegenmaßnahmen ergreift, kann Folgeschäden vermeiden und seine Mundgesundheit langfristig erhalten.